Die Snare ist eine Diva. Während sich die meisten Midiklicker mit der Kick noch relativ einfach anfreunden können, ist die Snare zuweilen doch etwas zickiger im Umgang. Das ist jedenfalls dann so, wenn sie nach etwas klingen und nicht nur mager rumscheppern soll. Aber keine Bange – da lässt sich was machen.

Layern, was sonst

Die einfachste und wohl auch am gebräuchliste Variante ist das Layern von Snares (Ja, man kann jeden Sound layern. Das ist bekannt.). Hierbei kann es sich um verschiedene Snares oder auch ergänzende Samples handeln. Entscheidend ist es, hier auf die Phasenauslöschung zu achten, damit der gewollte Effekt auch eintritt und das Ergebnis nach all den Mühen nicht dünner ist als vorher.

Am Equalizer geschraubt

Der Punch der Snare befindet sich irgendwo zwischen 200 und 300 Hz. Diesen gilt es zu finden und anzuheben. Das sollte allerdings nicht zu kräftig geschehen, da der Rest, der durchsetzende Teil zwischen etwa 3 bis 5 kHz, sonst darin untergeht. Die Dramaturgie des Sounds darf hier nicht leiden.

Für Layer, Equalizer und auch solo gilt: Ein wenig Reverb kann nicht schaden. Und hier kommen wir auch gleich zu einem Problem. Viele Samples verfügen bereits über einen Hallanteil. Dieser kann (und wird) sich beim Einsatz eines Reverbs unschön bemerkbar machen. Es gilt also, bereits während der Auswahl von Samples darauf zu achten, dass diese frei von Hall sind. Ist das so, verleiht ein Reverb der Snare mehr Fülle, Wärme und Atmosphäre. Allerdings gilt auch hier: Bitte nicht übertreiben.

Voller Druck mit dem Kompressor

Wer es insgesamt knackiger mag, bemüht einen Kompressor. Die Auswahl ist riesig, die Menge der Fehler, die man machen kann, auch. Für den Anfang empfiehlt sich eine Ratio von 4 bis 6:1 bei einer Attack-Zeit von 30 bis max. 60 Millisekunden. Bei kurzen Schlägen gesellt sich hierzu noch eine längere Release-Zeit. Viel mehr an Einfluss sollte es nicht sein.

Und sonst so?

Ein paar Möglichkeiten gibt es noch. Mit einem Transienten-Shaper lassen sich die perkussiven Anschläge betonen. Die meisten Tools lassen auch ein Halten des so Erreichten zu. Aber Vorsicht: Das Verfahren neigt dazu, zu übersteuern. Eine weitere Möglichkeit ist die Bandsättigung, die die klangliche Färbung des Sounds beeinflusst. Warum hier ebenso Vorsicht geboten ist, liegt auf der Hand. Der Klang raucht allzu schnell ins Unnatürliche ab. Dann hätten wir noch den Distortion-Effekt, der einen guten Einfluss nehmen kann. Das Mehr an Klang entsteht durch das Hinzufügen von Obertönen. Die Snare gelangt so weiter nach vorne.