Anker Boombox

Thomas hockt vor seiner Anlage zwischen den Heco-Boxen vor seinem Onkyo-Plattenspieler, der sein Signal an den Klotz von Marantz abgibt, der seinerseits die Boxen füttert. Es ist laut, gut laut und klar laut. Wir schreiben das Jahr 1998. Abgehört wurde der Input vermutlich mit einem Auratone. Das Abhören mit einem simplen Lautsprechersystem in Mono gehörte immer zum dann hoffentlich guten Ton.

2018 und es knallt

Heute sitzen nur noch wenige Menschen vor zwei Lautsprechern. Das findet meist in den Clubs statt. Der Kopfhörer ist der Lautsprecher der Stunde und für den gemeinschaftlichen »Musikgenuss« steht oft eine Boombox zur Verfügung und um die geht es – aus Gründen.

Der Hörer bestimmt

So ist das mit dem Konsumenten eben. Wie Musik letztlich klingt, bestimmt der Hörer mit seinen bevorzugten Endgeräten. Zu diesen zählt immer mehr die Boombox. Die drahtlosen Geräte sind, klein, laut, billig, raumsparend und meist sehr basslastig. Ihr Frequenzgang ist bauartbedingt eher beschränkt und brillante Höhen und Obertöne sind nicht wirklich zu erwarten. Auch Räumlichkeit ist eher von bescheidener Bedeutung, handelt es sich doch um eine einzelne Schallquelle. Dem muss man Rechnung tragen.

Was ist zu tun

Vorweg: Es wird nicht einfacher. Unterschieden sich Endgerät vormals dadurch, dass sie primär entweder in der Stereo- oder Monoversion existierten, sonst aber gut berechenbar waren, ist die Boombox ein echter Ausreißer. Mit dem Ziel eines möglichst knalligen Sounds aus einer kleinen Kiste, machen die Geräte relativ viele Feinheiten einfach platt.

Nun kann man – wie in so vielen Fällen – darüber jammern und auf den künstlerischen Anspruch verweisen. Man kann sich dem aber auch stellen und die Besonderheiten der Geräte zumindest berücksichtigen und versuchen, einen angemessenen Mittelweg zu finden. Im Regelfall wird der Mix nicht schlechter, wenn »feinere« Anteile ein wenig angehoben werden – so weit, dass auch der Krachklotz noch etwas davon merkt und diese in die Umfeld transportiert.

Abbildung: Boombox von ANKER (https://www.anker.com/de)